Am Wochenende waren der Herr U., die Frau F. und der Herr K. in der sächsischen Schweiz. Man wollte klettern. Schon Samstag morgen fuhren wir in Richtung Bielatal um unserer Bestimmung zu begegnen. Nur ein paar flüchtige Blicke, ein kalter Schauer und wir fuhren weiter. Vorerst dachten wir natürlich nicht daran, dass dies überhaupt möglich sei. Man kennt schließlich seine Grenzen, möchte nicht zuviel riskieren… Nach einem erfolgreichen Klettertag begaben wir uns dann auf den Weg zurück, das viele klettern und sonnen forderten ihren Tribut. Wieder an besagter Stelle angekommen überkam es Herrn U. “LOOOS. Wir müssen das klettern! Unbedingt.” Wir fahren rechts ran, halten. Da diese Gipfelkette auf Privatgrund steht, wird vorsichtig nachgefragt. “Dürfen wir?” “Klar.” Herr U. inzwischen sichtlich nervös, bereitet sich auf den Einstieg vor. Ein kurzes zögern und er steht am Wandfuß. Schier unendlich geht es nach oben, eine klare Linie durchzieht die Wand. “Das ist er. Da muss ich hoch!” Eine letzte Umarmung. “Bis später.”
Die kletterei erscheint einem hinterher nur noch wie im Traum. Links die Hand, rechts ein Tritt, Nebel umschließt die Gedanken. Es gibt nichts anderes mehr. Sie sind eins. Kein schnaufen, kein zittern. Meter für Meter schraubt sich Herr U. diese kollosale Wand empor. In einem tranceähnlichen Zustand wird der Gipfel erreicht. Es ist getan, keine Ziele mehr. Von hier aus geht es nur noch bergab. In vielen Jahren werden wir zurückblicken, und auch Generationen nach uns werden sich erinnern, wie diese Wand bezwungen wurde…
Auch wenn der Herr K. hier keine Internetklowand haben möchte, diesmal muss einfach eine Ausnahme gemacht werden.
Ich schaute mir gestern diesen Film an:
Zu Recht wird man sich nun fragen: “Warum macht der das? Was soll das? So’n Mist! Lass uns doch in Ruhe mit der Scheiße”. Jedoch würde ich mir ja so etwas nie einfach so ansehen. Ne ne ne. Da muss schon was kommen, einfach nur Cop und so, das reicht ja wohl mal nicht. Also. Was hat mich dazu bewogen? Genau genommen dieses Review:
Und wer jetzt nicht alles lesen möchte, hier der wichtigste Teil:
Worum es hier inhaltlich geht ist absolut irrelevant, die Geschichte ist fad, löchrig und unglaubwürdig, sie entspricht außerdem grob dem konventionellen Verlauf konventioneller Thriller. Und so hangelt sich Nicolas Cage als ‚Cop ohne Gewissen’ durch einen wirren detektivischen Korruptionsdschungel, an dem Herzog keinerlei Interesse bekundet. Statt stringent, schlüssig und spannungsorientiert zu erzählen, kümmert sich der Regisseur mehr um die Ausgestaltung eines bestimmten Vibes, einer – natürlich – spirituellen Energie, die er in New Orleans verortet sieht. Wenn ihm der kriminalistische Plot seines eigenen Films also selbst zu langweilig, bunt oder konfus erscheint, filmt er ein handlungsrelevantes Ermittlungsgespräch im Büro beispielsweise aus der verzerrten Untersicht zweier Leguane, und auch durch die Schnauze eines riesigen Alligators beobachtet Herzog das Geschehen einmal. Das ist in seinem völligen Verzicht auf die Konventionen eines solchen Films zumeist urkomisch und unbedingt konsequent, immerhin folgt “Bad Lieutenant” einem ständig zugekoksten Titelantihelden – in jeder Beziehung komplett off.
Und da hatten sie mich. Ich meine…..
Wenn ihm der kriminalistische Plot seines eigenen Films also selbst zu langweilig, bunt oder konfus erscheint, filmt er ein handlungsrelevantes Ermittlungsgespräch im Büro beispielsweise aus der verzerrten Untersicht zweier Leguane
Ja aber Hallo, das wollte ich sehen. Voller Erwartung hatte ich mich auf diese Stelle gefreut und der Film war bis dahin schon einfach nur sonderbar. Man weiß nie, ist das jetzt eine Komödie? Ernst? Ein Gag?